Mittwoch, 4. November 2009

Deutsches Gewölbemuseum


Die Idee zum Deutschen Gewölbemuseum (DGM) entstand im Jahre 2004 in Hamburg. Das Jugendstilbad in Hamburg-Altona sollte mit einem Ausstellungsprojekt zum Thema "Bogen,Wölbung, Ziegelschale" durch das Deutsche Gewölbemuseum gerettet werden. Leider hatte man bereits die Inneneinrichtung dieses eingewölbten Bades zerstört und eine Nutzung der Halle wurde aus Sicherheitsgründen nicht mehr erlaubt. Deshalb wurde eine kleine Ausstellung zum Architektursommer im Jahre 2006 in Hamburg erarbeitet. Diese Ausstellung konnte im Bürgerhaus des Stadtteils Wilhelmsburg auf der großen Elbinsel zwischen Norder- und Süderelbe gezeigt werden.

Im Juni des Jahres 2007 zog das Deutsche Gewölbemuseum in den Westerwald um. Aufenthaltsort wurde Montabaur, die Kreisstadt des Westerwaldkreises. Hier wurden Ausstellungen in der leerstehenden Kreuzkapelle nahe dem Kreishaus gezeigt. Sowohl der Landrat des Westerwaldkreises, als auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Montabaur besuchten das Gewölbemuseum.

Während der Zeit, als das Deutsche Gewölbemuseum im Westerwald Station machte, betrieb diese Einrichtung Forschungen zur Baugeschichte des Westerwaldes und erkundete die historischen Gewölbe unter den Altstadtbauten der Innenstadt von Montabaur.

Die Regionalpresse und der regionale Fernsehsender brachten Berichte über den Werdegang des Gewölbemuseums. Auch fanden sich organisierte Besuchergruppen ein, die darauf aus waren, das Deutsche Gewölbemuseum fest in der Kleinstadt Montabaur zu verankern. Da es sich jedoch vorläufig um eine wandernde Forschungseinrichtung handelt, die Material zusammentragen will, war dies nicht möglich.

Inzwischen ist das Deutsche Gewölbemuseum nach New York umgezogen, wo es sich längere Zeit aufhalten wird, um Forschungen zu betreiben. Erste Arbeitsergebnisse zu den Guastavinos, einer Familie von Gewölbebaumeistern aus Spanien, die in den Vereinigten Staaten zahllose Gewölbe errichteten, liegen bereits vor.

Die eindrucksvollen Flachziegelschalen der Guastavinos finden sich an vielen Stellen der Stadt New York, so zum Beispiel über einem Restaurant in Midtown Manhattan.

Im Westerwald hatte die systematische Bearbeitung der Baugeschichte und die Suche nach Gewölben durch das Deutsche Gewölbemuseum zu einem fruchtbaren Dialog mit der Bevölkerung geführt. Es bildete sich eine Initiative zur Restaurierung von historischen Gewölben unter der Stadt Montabaur heraus. Bei diesen Begegnungen und Unternehmungen stießen wir auf eines der großen Gewölbeareale, die es unter den Stadtgebäuden gibt. Wir organisierten Begehungen mit den beiden Bürgermeistern, sowohl der Kleinstadt wie dem der Verbandsgemeinde, zu der Montabaur gehört, und betraten dabei auch die Gewölbe eines historischen Brauereigebäudes aus der Mitte des 19.Jahrhundert. Obwohl das Brauhaus in den oberen

Geschossen abgerissen und neu aufgebaut wurde, sind die historischen Gewölbe, als zwei untere Geschosse übereinander gebaut, immer noch vorhanden. Voll Schutt und mit Feuchtigkeit im Mauerwerk, warten sie auf eine Instandsetzungsarbeit. Diese wurde inzwischen begonnen. Man kann dies als einen Erfolg der Arbeit des Deutschen Gewölbemuseums ansehen. Zur Zeit wird aller Schutt aus dem Inneren der Gewölbe nach draußen gefahren. Ein Langzeitarbeitsloser hat dadurch eine bezahlte Tätigkeit erhalten können.

Karl-Ludwig Diehl
baugeschichte (at) hotmail.com

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